Farbleiste

Slogan: "Ich bin beim ersten Date nicht blind."

Botschaft:
Ich entscheide, wie ein Treffen abläuft und wann es zu sexuellen Kontakten kommt.

Kompetenzen

  • Die persönlichen Einstellungen und Erfahrungen bezüglich des "Ersten Dates" reflektieren.
  • Die eigenen Bedürfnissen und Grenzen herausarbeiten und ihnen gerecht werden.
  • Möglichen Gefahren bei einem (ersten) Date mit einer Person, die man kaum oder nur anonym aus dem Netz kennt, vorbeugen.

Methoden

"Das erste Date" - Satzanfänge ergänzen und Einschätzungen hinterfragen

Mädchen und Jungen erhalten Karten in jeweils einer Farbe und vervollständigen anonym einen Satzanfang. Im Anschluss werden die Ergänzungen eingesammelt und an einer Pinnwand befestigt. In diesem Zusammenhang werden die Vorstellungen, Erfahrungen und Schlussfolgerungen der Schüler und Schülerinnen reflektiert.

Hinweis: Ein besonderer Fokus kann auf möglichen Unterschieden zwischen den Antworten der Jungen und Mädchen liegen.

Mögliche Satzanfänge:

  • Ein erstes Date ist ...
  • Zum ersten Date gehört ...
  • Beim ersten Date ...
  • Beim ersten Date mit einer Person, die man noch nie getroffen hat ...
  • Beim ersten Date kann ... passieren

 

"Jan und Dana" - Eine Geschichte weiterentwickeln

Den Schülerinnen und Schülern wird der Anfang einer Geschichte vorgelegt, der in Kleingruppen als Text fortgesetzt werden soll. Alternativ werden die Weiterentwicklungen als Fotoroman oder Comicgeschichte umgesetzt.

Hinweis: Als Anregung kann eine Auswahl an Abbildungen von Personen, die den beiden jugendlichen Protagonisten Dana und Jan zugeordnet werden können, angeboten werden. Geht es um die Geschichte 2 - können auch Abbildungen von Erwachsenen - zur Auswahl stehen.

Mögliche Geschichten:

  • Variante 1: Dana ist gerade 15 geworden. Sie hat Jan vor zwei Monaten über ihren Freundeskreis kennengelernt. Jan ist ein Jahr älter als Dana. Die beiden haben sich sofort gut verstanden. Zwischendurch haben sie sich auf Partys gesehen und gesprochen. Jetzt hat Jan gefragt, ob sich Dana mit ihm alleine treffen möchte ...

  • Variante 2: Dana hat Jan vor zwei Monaten im Chat kennengelernt. Die beiden haben sich sofort gut verstanden. Sie sind fast jeden Tag "on" und erzählen sich so ziemlich alles. Dana hat Jan erzählt, dass sie gerade 15 geworden ist und wo sie wohnt. Jan ist 16 und wohnt gar nicht so weit weg von ihr. Auf Jans Bitte hat Dana ihm ein Foto von ihr geschickt. Jetzt hat Jan gefragt, ob sich Dana mit ihm treffen möchte ...

Im Anschluss präsentieren die einzelnen Gruppen ihre Weiterentwicklungen. In diesem Kontext werden die unterschiedlichen Verläufe verglichen und die möglichen positiven wie negativen Erfahrungen von Dana und Jan herausgearbeitet. Zudem kann thematisiert werden, welche neuen Impulse und Gedanken die kreative Auseinandersetzung mit sich gebracht hat.

Mögliche Nachfragen zur Geschichte:

  • Hat Dana/Jan deutlich gemacht was sie/er wollte?
  • Warum hat sich Dana/Jan so verhalten?
  • Wie beurteilt ihr das Verhalten?
  • Wie hätte Dana/Jan sich verhalten können?

Fragen, wenn es direkt zu sexuellen Kontakten kam:

  • Findet ihr es realistisch, dass es gleich zu Sex kam?
  • Waren Dana und Jan gleichberechtigt bei der Entscheidung?
  • Wurde für die Verhütung gesorgt?
  • Wie wurde die Verhütung ausgehandelt?
  • Wie gut muss man sich kennen, wenn man Sex miteinander hat?

Abschließend werden Regeln und Tipps für ein Date mit einer Person, die man kaum oder nur aus dem Internet kennt, zusammengestellt.

Mögliche Fragen, Regeln und Tipps für das 1.Date:

  • Welche Möglichkeiten und Gefahren sind denkbar?
  • Was sollte man beachten? Wie kann man sich vorbereiten?
  • Wo sollte man misstrauisch sein?
  • Wie kann man deutlich machen, was man nicht möchte?

Siehe auch: Arbeitsblatt "Geschichte weiterentwickeln"

Siehe auch: Vorlage "Regeln und Tipps für ein erstes Treffen" 

Weiteres

"Nein"-Sagen üben

Auf der Basis des vorherigen Austausches und der Bedeutung "Nein" sagen zu können, wird dies nun geübt. Dazu stehen die Schüler/innen im Kreis. Nacheinander werden sie aufgefordert ein "Nein" zu formulieren und dabei einen Partner/eine Partnerin ihrer Wahl anzuschauen. Dabei werden sie von den anderen Jugendlichen beobachtet. In weiteren Runden kann das "Nein" laut, leise oder aggressiv geäußert werden.

Eine weitere Variante ist die "Ja" - "Nein"-Übung. Dabei stehen sich zwei Personen gegenüber. Eine Person formuliert ein "Ja", die andere antwortet mit "Nein". Anschließend werden die Gefühle und die Eindrücke der Schüler/innen besprochen und überlegt, wie ein "Nein" durchgesetzt werden kann. Wichtig ist es zu berücksichtigen, dass es unterschiedliche Möglichkeiten gibt, die individuell von den einzelnen Jugendlichen abhängig sind.

Mögliche Fragestellungen:

  • Warum ist es oft so schwierig oder peinlich "Nein" zu sagen?
  • Wie kann man ein eindeutiges "Nein" zeigen (Sprache, Gesten, Körperhaltung, ...)?
  • Welche Reaktionen kommen auf ein "Nein"? Wie kann man mit ihnen umgehen?               
  • Wann ist es wichtig, "Nein/Stop" zu sagen, sich zu wehren oder wegzurennen, ...?
  • Wann hast du schon einmal "Ja" gesagt, obwohl du lieber "Nein" gesagt hättest?
  • Warum war es schwer für dich "Nein" zu sagen? Hattest du Bedenken/Ängste? Welche?
  • Was glaubst du, wäre passiert, wenn du "Nein" gesagt hättest?
  • Wann ist es leichter/schwerer "Nein" zu sagen? Was denkst du, warum das so ist?       
  • Was hilft dir "Nein" zu sagen?
  • Wie findest du es, wenn du von anderen ein "Nein" bekommst? Wie reagierst du?

 

Hinweise für Lehrkräfte:

Das erste Treffen, der erste Sex, das Formulieren eigener Wünsche und Grenzen sowie die gemeinsame Entscheidung für die passende Verhütungsmethode, stellen ganz besondere Herausforderungen dar. Sie gehen oft mit Befürchtungen einher, abgelehnt und nicht (mehr) geliebt zu werden. Dies kann es zu Ungleichgewichten in den Beziehungen oder dem Unterordnen eigener Bedürfnisse unter denen des Partners kommen. 
Manche Jugendliche müssen in ihrem Recht, "Nein" zu sagen gestärkt werden. Anderen ist nicht klar, dass die persönlichen Grenzen des Partners/der Partnerin zu respektieren sind und dass Sexualität nur dann schön ist, wenn beide dafür bereit sind. 

Es gibt verschiedene Situationen, die es schwer machen können "Nein" zu sagen - oder auf ausreichende Verhütung zu bestehen.

Einige Beispiele:

  • Sex ergibt sich aus der Spontanität einer Situation ("Es hat sich so ergeben")
  • Das Mädchen und der Junge kennen sich noch nicht lange und/oder sind nicht vertraut miteinander
  • Es besteht ein ungleiches Machtverhältnis bedingt zum Beispiel durch einen deutlichen Altersunterschied (der Junge/Mann ist mindestens drei Jahre älter als das Mädchen) oder kulturelle Hintergründe
  • Gruppendruck im Freundeskreis oder Vorbilder in den Medien

"Nein"-Sagen ist manchmal gar nicht so einfach. 
In der Übung setzen sich Mädchen wie Jungen mit der Schwierigkeit und dem Recht "Nein" sagen zu können, auseinander. Dabei wird thematisiert, eigene Forderungen und Grenzen angemessen durchzusetzen sowie die anderer zu akzeptieren. Dazu gehört es, die Meinungen anderer kennenzulernen und sich in die Rolle und die Gefühle eines anderen hineinversetzen zu können. So wird das Bewusstsein dafür gestärkt, wie wichtig es ist, die eigenen Wünsche und Grenzen sowie die des Partners/der Partnerin zu beachten. 
Wichtig ist es zu berücksichtigen, dass es unterschiedliche Möglichkeiten gibt, die individuell von den einzelnen Jugendlichen abhängig sind.

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Weiterführende Informationen

Hintergrundinformationen

Materialien

  • dicke Stifte, (Moderations)Karten, Pinnwand, Pinn-Nadeln
  • Abbildungen von Jugendlichen und Erwachsenen

Broschüren und Medien (kostenlos):