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Informationen zur Initiative "Bleib entspannt. Mach dich schlau."

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Hier erhalten Sie Informationen zur Initiative sowie zu den Anzeigenmotiven und Videospots.

Aufgabe der Sexualaufklärung ist es, Jugendliche altersgemäß und sachgerecht zu informieren und sie auf ihrem Weg zu einer selbstbestimmten und partnerschaftlich gelebten Sexualität zu unterstützen. Verhütung und Sensibilisierung für potentielle Risikosituationen sind zentrale Aspekte der Initiative 2010.

Zurzeit steht die Gewinnung junger Menschen mit Migrationhintergrund für das Thema Sexualaufklärung und Verhütung im Fokus. Da Jugendliche aus allen Milieus und Kulturen gleichermaßen Jugendzeitschriften nutzen (fast 40% der Mädchen, über ein Viertel der Jungen), kann durch diesen Anspracheweg ein Großteil der Zielgruppe erreicht werden.
Einen zweiten Schwerpunkt der aktuellen Arbeit bildet die Zielgruppe der Jungen. Die Studien der BZgA zur Jugendsexualität zeigen als wichtigste Ergebnisse, dass Jungen im Vergleich zu den Mädchen nach wie vor weniger zum Thema Empfängnisverhütung von ihren Eltern beraten werden und mehr Aufklärungsbedarf haben. Allerdings haben sie, was das Thema Verhütung beim ersten Koitus angeht, aufgeholt und sind mittlerweile genauso verantwortungsbewusst wie die Mädchen.

Ziele der Initiative:

  • Erhöhung kommunikativer Kompetenzen in der sexuellen Interaktion
  • Sensibilisierung für Risikosituation und Motivation stärken, dann an Verhütung zu denken (ungeplante/spontane Situationen; Urlaub und Sprachbarrieren; nichtegalitäres Geschlechterverhältnis; Scham und Gruppendruck; Party und Alkohol)
  • Stärkung der Verhütungsverantwortung bei Jungen und jungen Männern
  • Stärkung des Selbstbewussteins bei Mädchen, Verhütung durchzusetzen
  • Bekanntmachung der Jugendinformationsseite www.loveline.de

Konzeption und Inhalt der Initiative:

Bei der Motiv-, Bild- und Claim-Auswahl der Anzeige wurden die Alltagssituationen Jugendlicher in den Blick genommen, bei denen es zu sexuellen Kontakten und mangelnder Verhütungsverantwortung oder Verhütungspannen kommen kann. Viele Jugendliche sind in der Phase der Beziehungsanbahnung oder der ersten sexuellen Erfahrung noch nicht in der Lage, eigene Bedürfnisse, Ängste und Gefühle zu verbalisieren oder mit dem Partner die Verhütung zu verhandeln. Im Mittelpunkt sexualpräventiver Maßnahmen stehen deshalb Ansätze, wie kommunikative Kompetenzen und Handlungskompetenzen vermittelbar sind.

Ziel der Initiative ist es, die Aufmerksamkeit auf www.loveline.de zu lenken, das Jugendportal der BZgA zu Liebe, Sex und Verhütung, das monatlich ca. 60.000 Jugendliche ab 13 Jahren erreicht. Hier finden sie tiefer gehende Informationen und Tipps zu den in der Anzeige angerissenen Themen und Aspekte.

Mit einem Statement, einer klaren Botschaft (Bleib entspannt. Mach dich schlau.), einem auffälligen grafischen Element als visueller Klammer werben souverän und selbstbewusst auftretende Jugendliche für mehr Verhütungsverantwortung und zeigen damit: wer sich auf www.loveline.de informiert, geht mit den Wirren der Pubertät und den ersten sexuellen Erfahrungen entspannter und selbstverständlicher um. Weil er weiß, dass nicht alles glatt läuft und auch mal etwas schief gehen darf. Die Jugendlichen vertreten einen deutlichen Standpunkt, die ihre Eigenkompetenz betont. Es sind reale Jungen und Mädchen, keine Models, sie wirken glaubwürdig und echt und bieten ein hohes Maß an Identifikationsmöglichkeit in der Zielgruppe.

Grundlage der Initiative: die Forschungsergebnisse der BZgA

  • Verhütung: Die Verhütung der 14-17jährigen Mädchen und Jungen ist so gut wie nie zuvor. Jungen verhüten beim ersten Mal mittlerweile ebenso gut wie Mädchen. Allerdings berichten auch drei von vier Jungen von Problemen bei der Kondombenutzung (Schwierigkeiten beim Überrollen, Kondom gerissen oder abgerutscht). Auf www.loveline.de finden Jungen hierzu jugendgerechte und anschauliche Informationen und Tipps. Mit dem Motiv  "<i>Ich geb im Bett immer Gummi" </i>werden Jungen darin bestärkt, ihren Teil zur Verhütung beizutragen.

  • Gemeinsame Verhütungsverantwortung: Die Mehrheit der Jugendlichen sieht Verhütung als partnerschaftliche Aufgabe. Auch bei den Jugendlichen mit Migrationshintergrund hat sich im Vergleich zur letzten Repräsentativbefragung 2005 das Verhütungsverhalten verbessert. Doch verglichen mit ihren deutschen Altersgenossen verhüten sie immer noch seltener (12% der Mädchen, 18% der Jungen mit Migrationshintergrund geben an, beim ersten Mal nicht verhütet zu haben). Zudem sind Jungen aus Migrantenfamilien früher und insgesamt häufiger sexuell aktiv als deutsche Jungen. 

  • Verhütungsfehler: Die Mehrheit der Jugendlichen ist gut informiert und handelt verantwortungsbewusst. Mängel im Detailwissen und Anwendungsfehler bei den Verhütungsmitteln Pille und Kondom sind zwei zentrale Aspekte für das Auftreten von Verhütungspannen und ungeplanten Schwangerschaften. Drei von vier Jungen machen Angaben zu Problemen bei der Kondombenutzung (über ein Viertel gibt Schwierigkeiten beim Überrollen an, 22% der Jungen und 31% der Mädchen gibt an, das Kondom sei gerissen und 15% bzw. 22% es sei abgerutscht). Respektive haben Mädchen Probleme mit der regelmäßigen Einnahme der Pille. 57% haben die Einnahme schon mal vergessen, ein Viertel ist sich über die Wirksamkeit bei Erkrankung oder Einnahme von Medikamenten unsicher.

  • Sensibilisierung für Risikosituationen, die zu Verhütungspannen führen und das Risiko einer Schwangerschaft erhöhen. Dazu gehört u.a. eine fehlende Vertrautheit mit einem neuen Partner beim ersten Geschlechtsverkehr, ungleiche Geschlechterverhältnisse und männerdominierter Sex. 22% der Mädchen geben als Grund für die Nicht-Verhütung beim ersten Mal an, dass sie sich nicht getraut haben, die Verhütungsfrage anzusprechen. Das Motiv: "Ich bin beim ersten Date nicht blind" verdeutlicht, dass Mädchen in einer Beziehung selbstbewusst ihren Standpunkt, ihre Wünsche und Bedürfnisse vertreten und - wenn es soweit ist - auch auf Verhütung bestehen.

  • Sensibilisierung für Risikosituationen: Jugendliche nennen an 1. Stelle die Jugendzeitschriften, wenn sie sich zu Fragen der Sexualität informieren möchten, 46% der Jungen mit Migrationshintergrund nutzen das Internet als Informationsquelle, mit sexueller Erfahrung sind es sogar die Hälfte, die hier Antworten auf ihre Fragen suchen. Hier kann www.loveline.de seit dem Relaunch auch dieser Zielgruppe Antworten auf relevante Fragen und Identifikationsmöglichkeiten bieten. (Motiv: "<i>Ich hab die Richtige im Internet gefunden"</i>).

  • Lust und Leidenschaft versus Voraussicht und Planungskompetenz: Die fehlende Verhütung beim ersten Koitus liegt für 60% der Jungen und Mädchen in der "Spontaneität der Handlung/Situation" begründet. Der Geschlechtsverkehr war nicht geplant, daher eine Verständigung über Verhütung nicht möglich.

Weiterführendes:

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